SELECT * FROM bilder WHERE bpub=true and btid=84 order by bsortierung
Auszug aus dem Begleittext von Karin Weber: Tagsüber, wenn es still wird und die Trägheit von Tagträumen übermächtig ist, beginnen selbst die Tapeten vom Gestern zu flüstern. Man hört die Zeit durch die Wände atmen. Dann öffnen sich Türen und Fenster im scheinbaren Nichts und die Schatten tanzen im Licht unserer Erinnerung. Blickt man in diesen Momenten zärtlicher Beiläufigkeit nun zurück oder voraus, ganz gleich wie, man erkennt, dass vieles vermeintlich Unwiederbringliche doch lebendig bleibt, in uns und mit uns. Wir assoziieren und schreiben die alten Geschichten neu. Das Vergangene ist nämlich niemals tatsächlich vergangen. Es lebt in der Gegenwart und verwandelt sich mit jedem Wimpernschlag. Es berührt uns manchmal, entweder sanft oder mit roher Gewalt. Entweder lässt man es zu und sucht die Schatten der Vergangenheit, um sich wieder zu finden oder man wendet sich ab, um des Überlebens willen zu vergessen. Das ist die Janusköpfigkeit unserer Existenz, die vom Vergehen bestimmt wird. Michael Lange hat es jahrelang mit besonderem Feingefühl verstanden, mit seinen poetischen fotografischen Erkundungen und verwunschenenen Dinginszenierungen durch die Monate zu geleiten. Es waren bislang Zuständlichkeiten, die dem Betrachter Geschichten abverlangten. Niemals war man einer deratigen Bewegung ausgesetzt wie jetzt. Einer Bewegung, die Trugbildern innewohnt, einer Bewegung, die Emotionen auslöst, einer Bewegung, die mit dem Verschwinden einhergeht. Man sieht in sich hinein und schaut aus sich heraus. So surreal wie traumverloren, so theatralisch wie gegenwärtig sich die Fotografien offenbaren, man kann sich der geheimnisvollen Energie, die von ihnen ausgeht nicht entziehen und man hat wirklich den Eindruck, dass die Arbeiten auf den Betrachter einreden würden, dass unbekannte Personen gerade die Räume verlassen hätten, dass sich uns vorsorglich bereits eine Tür geöffnet hat, durch die man gehen sollte, um sich näher zu kommen…

Fotograf Michael Lange, Schulweg 3, 01731 Quohren (bei Dresden), Telefon: +49 (0) 172 35 25 119, Telefax: +49 (0) 35 20 63 95 59, E-Mail: